Bericht zum Social Media Verbot - Australien

Untersucht wurden ca. 4.100 Kinder und Jugendliche sowie jeweils einen Elternteil. Die Ergebnisse zeigen, dass das Social Media Verbot noch wenig Impact auf den Alltag der Kinder und Jugendlichen hat.

Vor dem Verbot hatten 52% der 10-15-Jährigen einen Account auf Plattformen, die später für sie verboten werden sollten. Nach 3 Monaten hatten noch 42% einen aktiven Account. Gründe dafür:

  • Die Plattformen fragten das Alter nicht ab (50% der Fälle)
  • Die Plattformen kamen zu einem falsch berechneten Alter (18%)
  • Kinder und Jugendliche schummelten bei der Altersangabe bzw. umgingen diese (37%). Elterliche Unterstützung oder auch die VPN-Nutzung waren nur sehr selten hierfür notwendig.


Ergebnisse zu den Kindern und Jugendlichen:

  • Kinder und Jugendliche nutzten vermehrt Plattformen ohne Altersbeschränkung.
  • Die Online-Zeit verschob sich hin zu höheren Nutzungszeiten für Messaging-Dienste und Online-Games.
  • Demzufolge wenig überraschend: Es kam zu keinen Verschiebungen bezüglich Verhalten in der Offline-Welt (z.B. neue Hobbies). 
  • Die Einstellung zur Social Media Nutzung von Kindern und Jugendlichen hat sich etwas verbessert (z.B. weniger Druck, Soziale Medien zu nutzen)
  • Einige Kinder berichten jedoch auch davon, dass es nun schwerer sei, mit Gleichaltrigen zu kommunizieren und dass sie sich mit anderen weniger verbunden fühlten.

Ergebnisse zu Eltern/Familie:

  • Ebenfalls ein unbeabsichtigter Effekt ist, dass nun weniger Eltern wüssten, was ihre Kinder online machen und wie lange sie online sind.
  • Die Zahl der Eltern, die das Social Media Verbot unterstützen, ist konstant geblieben.
  • Unverändert blieb auch, wie häufig es zu Hause zu Konflikten rund um das Online-Verhalten der Kinder und Jugendlichen kam.

Die Autor*innen kommen zum Schluss, dass es allen Voran an den fehlenden bzw. lückenhaften Alterskontrollen der Plattformen liegt, weshalb keine oder nur so wenige positive Effekte gefunden werden. Außerdem wird diskutiert, ob die Veränderungen hinsichtlich der Einstellungen tatsächlich an der Einführung des Verbots liegen, oder ob es vielmehr der mediale Fokus auf das Thema war.

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