Warum wir dieses Projekt machen:
Die aktuellen sozialen und politischen Herausforderungen in Europa machen es dringender denn je, die Offene Jugendarbeit zu stärken. Mehrfachkrisen – Krieg, Klimakrise, steigende Lebenshaltungskosten und die Folgen der COVID‑19-Pandemie – belasten junge Menschen stark. Studien zeigen wachsende psychische Belastungen, Gefühle von Ohnmacht und Unzufriedenheit mit der persönlichen und gesellschaftlichen Situation. Manche Jugendliche wenden sich daraufhin anti-demokratischen Haltungen zu, gleichzeitig äußern viele ein klares Bedürfnis nach Mitbestimmung. Ein wichtiger Grund dafür liegt in der erlebten Distanz zu traditionellen demokratischen Prozessen, die als elitär und wenig zugänglich wahrgenommen werden.
Offene Jugendarbeit setzt hier einen entscheidenden Gegenakzent: Sie schafft Räume informeller Demokratiebildung, die von Inklusion, Vielfalt, Beteiligung und Erfahrungen von Selbstwirksamkeit geprägt sind. Mit ihren Prinzipien von Freiwilligkeit, Offenheit und Partizipation – und ihrem Blick auf Mehrfachbenachteiligung – trägt sie wesentlich dazu bei, Demokratie zu lernen und zu leben. Gleichzeitig ist Offene Jugendarbeit in Europa sehr ungleich entwickelt und gesellschaftlich wie politisch oft wenig sichtbar. Unser Projekt zielt deshalb darauf ab, ein gemeinsames Verständnis von Offener Jugendarbeit auf europäischer Ebene zu schärfen, ihre Bedeutung für Demokratiebildung sichtbar zu machen, gute Praxisländer als Vorbilder zu nutzen und das Konzept in Ländern zu verbreiten, in denen Offene Jugendarbeit bislang kaum oder gar nicht verankert ist.
Arbeitspakete:
Wer ist an dem Projekt beteiligt?
An dem Projekt sind viele Dachverbände der Offenen Jugendarbeit aus mehreren europäischen Ländern beteiligt. Angeleitet wird es von der Bundesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit (BAG OKJA - Deutschland), die aktiven Projektpartner sind Dachverbände: Zavod Mladinska Mreža MaMa (Slowenien), Udruga "Impress" Daruvar (Kroatien) und bOJA. Außerdem arbeiten wir eng mit dem europäischen Netzwerk Professional Open Youth Work in Europe (POYWE) zusammen.
Weitere Partner sind der Dachverband Offene Kinder- und Jugendarbeit (DOJ) Schweiz, netz – Offene Jugendarbeit (Südtirol), Ungdom og Fritid (Norwegen) und Ungdoms- ringen (Dänemark).
Was sind die Ziele des Projektes
1. Entwicklung eines gemeinsamen europäischen Verständnisses von professioneller Offener Jugendarbeit, das deren Grundprinzipien, aber auch die Vielfalt der Praxis in den verschiedenen Ländern beschreibt.
2. Stärkung der Offenen Jugendarbeit, insbesondere als Ort der nicht-formalen und informellen demokratischen Bildung.
3. Steigerung der Sichtbarkeit und Anerkennung der Offenen Jugendarbeit in Gesellschaft und Politik durch eine Öffentlichkeitskampagne.
4. Förderung der Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen den Ländern Verbreitung der Ergebnisse, auch in Ländern, in denen Offene Jugendarbeit noch nicht gut etabliert ist.
5.Vernetzung auf EU-Ebene zur Förderung der politischen Anerkennung der Offenen Jugendarbeit.
Welche Produkte werden entstehen?
1. Ein europäisches Ergebnispapier, das ein gemeinsames Verständnis von professioneller Offener Jugendarbeit widerspiegelt und als Grundlage für politische Empfehlungen und strategische Weiterentwicklungen dient.
2. Ein Handbuch für die Praxis der nicht-formalen und informellen demokratischen Bildung in der Offenen Jugendarbeit in mehreren Sprachen.
3. Die Umsetzung der Kampagne „Europäischer Tag der Offenen Jugendarbeit”, die 2027 beginnt und danach jährlich stattfinden soll.
4. Ein Medienprodukt aus der Kampagne zu Zwecken der Öffentlichkeitsarbeit.