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Gender in der Offenen Jugendarbeit

Eine kurze Einführung (von Stephanie Deimel)

Das Herstellen von Chancen- und damit einhergehend Geschlechtergerechtigkeit spielt eine zentrale Rolle im Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit. So ist Gender Mainstreaming im bOJA-Qualitätshandbuch als Arbeitsprinzip definiert.

„Eine Grundlage im Handlungsfeld Offene Jugendarbeit bildet Gender Mainstreaming. Offene Jugendarbeit berücksichtigt die unterschiedlichen
Lebenssituationen und Interessen von Mädchen und Burschen von vornherein
und regelmäßig, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.
Geschlechtssensibles Arbeiten als Methode und darauf basierende fachliche
Angebote sollen zur Geschlechterdemokratie in Österreich beitragen.“ (bOJA-Qualitätshandbuch 2012: 21)

Weiters findet sich Gender-Kompetenz, neben personalen, sozialen, kulturellen, politischen und interkulturellen Kompetenzen auch als Zielvorgabe im Rahmen von Persönlichkeitsentwicklung wieder. (ebd: 16)

Typische Angebote der Offenen Jugendarbeit in Bezug auf Geschlechtersensibilität sind Mädchen- und Burschenabende, die in zahlreichen Einrichtungen regelmäßig stattfinden.
Weiters wird stets darauf geachtet in gemischten, vielfältigen Teams zu arbeiten, um den Jugendlichen verschiedene Identifikationsangebote zu bieten, die sich nahe an der Lebenswelt junger Menschen befinden.

Das Ziel von Gendersensibler und Geschlechterreflektierender Jugendarbeit ist der mündige junge Mensch, der sich selbstbewusst durch die Gesellschaft bewegt und zu dynamischer, konstruktiver und sozialer Beziehungsgestaltung fähig ist. (vgl. ebd.)

Im Rahmen der Offenen Jugendarbeit wurden und werden zahlreiche Projekte zum Themengebiet Gender durchgeführt. Diese können verschiedene Facette und Ebenen tangieren, wie Gender und Gesundheit, Gender und Arbeit, Ausbildung, Sexualität, Kultur, Politik und, und, und. Weiters existieren eigene Einrichtungen für Mädchen, die gezielt Angebote setzen, die dem Trend der „Übernahme bzw. Raumnahme“ von Jugendzentren durch Burschen entgegenwirken und Mädchen fördern können.

Angebote

Gendersensible Angebote setzen zahlreiche Jugendzentren, Treffs und die mobile Jugendarbeit.
Einen Hauptfokus haben beispielsweise das Mädchenzentrum vom Verein Amazone oder das Flash Mädchencafé, aber auch der Verein poika, der gendersensible Bubenarbeit fördert und Tagungen, Fortbildungen und Trainings anbietet.
Weiters gibt es niederschwellige Beratungsangebote für Mädchen und junge Frauen, wie z.B. die des Vereins Sprungbrett und seit Kurzem existiert auch ein weiteres arbeitsmarktpolitisches Angebot für Mädels: das spacelab girls in Wien.

bOJA, Lilienbrunngasse 18/2/47, 1020 Wien, boja@boja.at