Offene Jugendarbeit ist ...


Bildungsarbeit

Offene Jugendarbeit versteht sich als Bildungsarbeit. Bildungs- und Lernprozesse in der Offenen Jugendarbeit finden sich insbesondere in Bezug auf non-formale und informelle Bildung. Auch die formale Bildung gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Offenen Jugendarbeit.

Offene Jugendarbeit bietet Settings und Inhalte, die im Zusammenspiel von Information, Reflexion und Erprobung einen Transfer in die Handlungs- und Wissenskompetenzen der Zielgruppen der Offenen Jugendarbeit ermöglichen. Sie arbeitet international vernetzt und gibt Jugendlichen damit auch die Möglichkeit, in Begegnungen mit Jugendlichen aus anderen Nationen und Kulturkreisen ihren Erfahrungshorizont zu erweitern.

 

Kulturarbeit

Offene Jugendarbeit versteht sich als Kulturarbeit mit dem Fokus der Förderung von sozialer Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit, indem kulturelle und interkulturelle Aktivitäten der Zielgruppen begleitet und unterstützt werden. Kulturarbeit nimmt gesellschaftliche Entwicklungen wahr, reagiert auf sie und setzt Aktivitäten, um diese Entwicklungen bewusst und zielgerichtet zu beeinflussen. Die (Er)Kenntnis und die Vermittlung von Wissen und Erfahrungen rund um die eigene kulturelle Herkunft sowie damit einhergehend der Respekt vor anderen Kulturen sind wesentliche Aspekte von Offener Jugendarbeit.

Offene Jugendarbeit wirkt mittels Kulturarbeit integrierend und bildend und ist ein Gegenpol zu reiner Konsumorientierung. Offene Jugendarbeit schließt zahlreiche Bereiche kultureller Bildung, Betätigung und künstlerischer Äußerung ein. Dies sind beispielsweise: Musik, Literatur, Sprache, künstlerisches Gestalten, Theater, Tanz, Feste und Konzerte.

 

Soziale Arbeit

In der Offenen Jugendarbeit sind Fachkräfte tätig, die in unterschiedlichen Kontexten (rechtliche, organisatorische, methodische, sozialpolitische u. a. m.) Leistungen und Dienste für junge Menschen und zusammen mit ihnen zur Gestaltung ihrer Lebenslage und zu ihrer Lebensbewältigung erbringen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die erzieherische Intervention, sondern die individuelle Orientierung an den Bedürfnissen junger Menschen, um diese bei ihrer Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, bei der Suche nach Identität sowie der Definition der eigenen Rolle zu unterstützen.

Offene Jugendarbeit trägt zusammen mit anderen Sozialisationsfeldern und Sozialisationswirkungen dazu bei, dass junge Menschen befähigt werden, ein selbstbestimmtes Leben in einer freien und solidarischen Gesellschaft zu führen und ihre Lebensperspektiven zu erweitern.

 

Gesundheitsförderung

Offene Jugendarbeit trägt mit ihren Angeboten und Arbeitsprinzipien zur Gesundheitsförderung in einem ganzheitlichen Sinne (körperlich – geistig – seelisch – emotional) bei. Offene Jugendarbeit stellt Begleitung und individualisierte Unterstützung im Sinne eines Empowerments in einer Lebensphase der Orientierung und des Umbruchs zur Verfügung, fördert dadurch die Persönlichkeits-, Perspektiven- und Identitätsentwicklung und hat somit eine eindeutige präventive Wirkung auf junge Menschen.

 

Quelle: bOJA: "Qualität in der Offenen Jugendarbeit" (2011)

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