Jugendpolitik in Österreich

Bundesministerium für Familien und Jugend (BMFJ)


Jugendpolitik hat die Aufgabe, die Lebenssituation und Lebensperspektive junger Menschen zu gestalten. Sie soll dabei jungen Menschen helfen, die Anforderungen in der Lebensphase Jugend und im Übergang ins Erwachsenenleben zu bewältigen. Jugendpolitik kann daher nicht abschließend definiert werden, sondern muss durch ihre Ziele, Absichten und Wege beschrieben werden.

Jugendpolitisches Wirkungsziel ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen und die Förderung ihrer Entwicklung als eigenständige Persönlichkeiten, um ein selbständiges und eigenverantwortliches Leben zu führen und ihre produktiven und kreativen Potentiale für gemeinschaftliches und gesellschaftliches Engagement zu nutzen.

Mit diesem Grundverständnis eng verknüpft sind zwei wesentliche Prinzipien einer erfolgreichen Jugendpolitik:

  • Erstens gilt es stets die Bedürfnisse und Anliegen der jungen Menschen selbst einzubeziehen. Nicht eine "Politik FÜR" sondern eine "Politik MIT" Jugendlichen ist anzustreben.
  • Zweitens kann Jugendpolitik nicht in einem Ressort alleine festgemacht werden. Vielmehr ist Jugend in allen Politikbereichen von Bedeutung und zu berücksichtigen.

 

Die konkrete Umsetzung von Jugendpolitik erfolgt jeweils spezifisch auf den verschiedenen Ebenen der Politik:

  • International
  • Bund
  • Länder
  • Regionen
  • Gemeinden

Bundeskanzleramt für Frauen, Familien und Jugend

Die konkrete Umsetzung von Jugendpolitik erfolgt jeweils spezifisch auf den verschieden Ebenen der Politik: International, Bund, Länder sowie Regionen und Gemeinden.

 

Infolge der föderalistischen Struktur Österreichs sind die Zuständigkeiten für die Jugendpolitik und für die außerschulische Jugendarbeit zwischen den neun Bundesländern und dem Bund aufgeteilt. Die Agenden für allgemeine Angelegenheiten und die Koordination der Jugendpolitik liegen im Bundeskanzleramt für Frauen, Familien und Jugend (vormals "Bundesministerium für Familien und Jugend") das Jugendpolitik folgendermaßen definiert:

 

"Jugendpolitik hat die Aufgabe, die Lebenssituation und Lebensperspektive junger Menschen zu gestalten. Sie soll dabei jungen Menschen helfen, die Anforderungen in der Lebensphase Jugend und im Übergang ins Erwachsenenleben zu bewältigen. Jugendpolitik kann daher nicht abschließend definiert sondern muss durch ihre Ziele, Absichten und Wege beschrieben werden."

 

Jugendpolitik schafft die formalen, inhaltlichen und finanziellen Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit. Jugendarbeit setzt einerseits Inhalte und Zielvorgaben jugendpolitischer Rahmenplanungen um und ist andererseits der Seismograph und die Übersetzerin für die Bedürfnisse, Anliegen, Wünsche und Forderungen der jungen Menschen für ihr Leben in Österreich und wirkt somit auf zukünftige jugendpolitische Strategien.

ARGE Partizipation

Die ARGE Partizipation arbeitet im Auftrag der Landesjugendreferentenkonferenz und wurde erstmals im Jahre 1991 eingesetzt. Sie versteht sich als ExpertInnengruppe zum Thema Partizipation, als Impulsgeberin für neue Entwicklungen unter Berücksichtigung regionaler Erfordernisse und als Gremium für Erfahrungs- und Informationsaustausch.

In der ARGE Partizipation sind alle österreichischen Landesjugendreferate, das Amt für Jugendarbeit der Autonomen Provinz Bozen, Südtirol sowie das Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend (Abt. II/5 - Jugendpolitik) als Mitglieder vertreten.  Die Tätigkeit erfolgt in Zusammenarbeit mit der österreichischen Bundesjugendvertretung. Da Jugendarbeit ohne Mitbestimmung bzw.Beteiligung nicht denkbar ist, soll durch die Arbeit der ARGE Partizipation das Thema Mitbestimmung und Beteiligung von jungen Menschen in Österreich bearbeitet, bewusstseinsbildende Maßnahmen gesetzt und neue Formen und Erfahrungswerte in die allgemeine Diskussion eingebracht werden.

Die österreichische Jugendstrategie

Jugendpolitik wird weiters als Querschnittsmaterie verstanden, die sich durch alle Politikbereiche durchzieht. Egal ob Wirtschaft, Bildung, Soziales, Justiz, Bundesheer, Umwelt und vieles mehr – in allen Bereichen sind (auch) junge Menschen von politischen Strategien, Programmen, Schwerpunkten und Maßnahmen betroffen.

 

Die vom Jugendministerium (jetzt: Bundeskanzleramt für Frauen, Familien und Jugend) gestartete österreichische Jugendstrategie bündelt einerseits die in den verschiedenen Politikbereichen bereits vorhandenen Schwerpunktsetzungen, Aktionspläne und Strategien. Andererseits bietet sie Rahmen und Gestaltungsspielraum für Kooperationen und neue Maßnahmen. 

 

Wesentliches Kennzeichen der Jugendstrategie ist die aktive Einbeziehung von Jugendlichen auf vielfältige Weise. Hier steht die Zielgruppe der 14- bis 24-Jährigen im Zentrum. Deren kontinuierliche Einbindung wird maßgeblich von der Bundesjugendvertretung, dem Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos, dem Bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit bis hin zu den lokalen Organisationen und Vereinen gewährleistet.

Die 4 Säulen der österreichischen Jugendpolitik

 

Neben der verbandlichen Jugendarbeit, dem EU-Jugend-Förderprogramm und der Jugendinformation ist die Offene Jugendarbeit auf nationaler Ebene eine der vier Säulen der österreichischen Jugendpolitik:

 

Wichtige Links

Der Strukturierte Dialog (bald Jugenddialog)

Der Strukturierte Dialog ist ein Instrument der europäischen Jugendstrategie und soll die Einbindung aller relevanten Stakeholder sowie von Jugendlichen in die Entwicklung einer EU-Jugendpolitik sicherstellen.


Weitere Informationen zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs auf EU-Ebene findest du hier.

 

Zur Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Österreich wurde eine Nationale Arbeitsgruppe (NAG) eingerichtet, die aus Vertreter_innen folgender Organisationen besteht:

  • der BundesJugendvertretung
  • der Nationalagentur Jugend in Aktion
  • dem Bundesweiten Netzwerk Offene Jugendarbeit
  • dem Bundesnetzwerk Österreichische Jugendinfos
  • der Abteilung Jugendpolitik des BKA
  • der Abteilung internationale Familie- und Jugendpolitik des BKA
  • den Landesjugendreferaten
  • sowie dem National Correspondent (Österreichischen Vertreter) bei europäischen Jugendforschungsnetzwerken

 

Aufgabe der Nationalen Arbeitsgruppe ist u.a. die Koordination der Beantwortung der jeweiligen Fragebögen der Rats-Präsidentschaften. Die Einbindung Jugendlicher in diesen Prozess erfolgt unter anderem über die oben angeführten Netzwerke, über einzelne Workshops sowie über Online-Fragebögen am Österreichischen Jugendportal. Die Ergebnisse dieser Konsultationen sind auf der Website der Koordinierungsstelle abrufbar.

 

Um Jugendliche aus der Offenen Jugendarbeit niederschwellig in den Prozess des Strukturierten Dialogs einbinden zu können, hat bOJA von 2017-2018 das EU-Projekt "Strukturierter Dialog reloaded" durchgeführt.

Forum Jugendstrategie


Das Forum Jugendstrategie bietet interessierten Institutionen und Personen aus Verwaltung, Forschung, Jugendarbeit, etc. eine Möglichkeit zum informellen Austausch.
Es handelt sch dabei um eine von mehreren Maßnahmen des Kompetenzzentrums Jugend im Bundeskanzleramt für Frauen, Familien und Jugend, die sich der Etablierung von „Jugend“ in allen Politikbereichen widmet (als Teil der Umsetzung der „Österreichischen Jugendstrategie“) und findet 2 bis 3 mal jährlich mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt.

Weitere Infos zum Forum Jugendstrategie

bOJA, Lilienbrunngasse 18/2/47, 1020 Wien, boja@boja.at