Studie - Jugend in der Regionalentwicklung

 

Demographische Themen haben in der regionalpolitischen Debatte seit ein paar Jahren Konjunktur. Im Vordergrund stehen dabei Fragen der Alterung, der Ab- und Zuwanderung, der Binnen- und Außenwanderungen sowie die daraus resultierenden Herausforderungen im Bereich Integration und Kohäsion. Allesamt Gehmen, denen derzeit nicht nur in der Fachszene sondern auch in der Politik und in den Medien eine sehr hohe Aufmerksamkeit zukommen.

 

Weniger im regionalpolitischen Scheinwerferlicht standen dabei bis dato Fragen, die die Region als Lebensraum der Jugend adressieren. Die nicht klar definierte und in ihren Interessen sehr heterogene Altersgruppe "Jugend" wird von der regionalpolitischen Szene als verhältnismäßig systemfremd und damit schwierig integrierbar gesehen. Obwohl die Ansicht, dass "der Jugend die Zukunft in der Region gehört", weitgehend geteilt wird, besteht über die Frage, wie diese Erkenntnis in der praktischen Regionalentwicklung konkret gelebt werden kann, alles andere als Klarheit.

 

Der österreichischen Tradition einer eigenständigen Regionalentwicklung folgend werden regionale Akteure von sich aus aktiv - auch in der Frage der stärkeren Einbeziehung von Jugendlichen in Maßnahmen, die direkt oder indirekt für die regionale Entwicklung bedeutend sein können. Wie die nun vorliegende Studie zeigt, existiert bereits jetzt eine Vielzahl von Initiativen, mit denen sich die involvierten Akteure und Institutionen von unterschiedlichen Seiten an das Thema "Jugend und Regionalentwicklung" annähern. Vielerorts wird noch experimentiert, vereinzelt gibt es aber bereits Erfolgsgeschichten. Es gab aber bisher darüber noch keinen Überblick und damit auch kaum Möglichkeit, diese Ansätze zu vernetzen und die dort gewonnen Erfahrungen aus der Praxis auszutauschen.

 

Das Bundeskanzleramt hat diesen Bedarf aufgegriffen und Brigitte Temper-Samhaber und Thomas Samhaber (ILD), die sich schon in der Vergangenheit mit diesem Thema beschäftigt haben, im Januar 2010 mit der Erarbeitung einer explorativen Studie zum Thema "Jugend in der Regionalentwicklung" beauftragt. Ziel der Studie war es, sowohl einen Überblick über den Stand der Debatte in Österreichs Regionen zu verschaffen als auch konkrete Beispielprojekte aufzubereiten. Als methodischer Zugang dienten insbesondere ausführliche Interviews mit den Regionalmanagerinnen und Regionalmanagern vor Ort.

 

In diesem Sinne ist die vom BKA beauftragte Studie als ein erster Anstoß für diese Auseinandersetzung mit dem Thema "Jugend in der Regionalentwicklung" gedacht.

 

Quelle: Einleitung der Studie von Wolf Huber, Leiter der Abteilung IV/4 Koordination - Raumordnung und Regionalpolitik

bOJA, Lilienbrunngasse 18/2/47, 1020 Wien, boja@boja.at