Forschungsbericht: Gesundheit und Wohlbefinden im Kontext jugendlicher Lebenswelten

 

„alls im grüana?“ Nein! Es steht nicht gut um die Kinder- und Jugendgesundheit in Österreich. Zu diesem Befund kommt der Bericht zur Lage der Kinder- und Jugendgesundheit. Im europäischen Vergleich von 20 Industrienationen bilden die jungen Menschen in Österreich hinsichtlich ihrer Gesundheit das Schlusslicht: Sie haben mehr Erfahrung mit Gewalt, greifen früher zu Rauschmitteln und leiden stärker unter psychosomatischen Beschwerden.

Damit das nicht so bleibt, stellen sich folgende Fragen: Sind die Angebote im Gesundheitsbereich an den Bedürfnissen und Lebenswelten von Jugendlichen ausgerichtet? Wie hoch ist die Schwelle für Jugendliche, diese Angebote in Anspruch zu nehmen? Und verstehen die Jugendlichen dasselbe unter Gesundheit wie Erwachsene?

Antworten auf diese Fragen suchten die JugendkoordinatorInnen der Städte Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Bludenz und der Marktgemeinde Lustenau. Sie haben zusammen mit aha – Tipps & Infos für junge Leute, invo – service für kinder- und jugendbeteiligung, koje – Koordinationsbüro für Offene Jugendarbeit, dem Mädchenzentrum Amazone und dem Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research das Projekt „Jugend trifft Gesundheit“ entwickelt – und entschieden, von Anfang an partizipativ vorzugehen. Eine Gruppe von Jugendlichen fand dann in einen breiten Prozess den Namen „alls im grüana“ für das Gesamtprojekt. Ziel ist es, die Akzeptanz von Gesundheitsangeboten bei Jugendlichen in Vorarlberg zu erhöhen. Als ersten Baustein war es zunächst notwendig, die Bedürfnisse von Jugendlichen in Bezug auf Gesundheit und deren Gesundheitsverhalten zu erfragen. Die partizipative Studie schafft also die Grundlage dafür, im nächsten Schritt die Gesundheitsangebote auf die Bedürfnisse von Jugendlichen abzustimmen – damit auch diese von Jugendlichen genutzt werden.

In einem innovativen Forschungsprozess wurden knapp 50 Jugendliche partizipativ eingebunden. Die Forschungsmethode setzte an ihrer Lebenswelt an. Aus dem Photovoice-Prozess und zehn Gruppendiskussionen gehen knapp 1.000 Fotos und etwa 20 Stunden Transkriptionsmaterial hervor.

 

Quelle: Vorwort von DSAin Martina Eisendle, Projektleitung Forschungsprozess

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