Jugendförderung und Jugendschutzgesetze

Gesetzliche Grundlagen auf Bundes- und Landesebene


Die gesetzliche Grundlage für die Förderung der Jugendarbeit und der Jugendschutz sind in den Bundesländern sehr heterogen gestaltet. Wenn es auch im Jahr 2012 einen Vorstoß zur österreichweiten Vereinheitlichung des Jugendschutzgesetzes gab, endete dieser vorerst Anfang 2013 mit einem Jugendschutz-Memorandum. Im Bereich der Jugendförderung gibt es ein einheitliches Jugendförderungsgesetz auf Bundesebene, doch die Ausgestaltung der Förderung der Offenen Jugendarbeit fällt primär in den Kompetenzbereich der Länder.

Ein Bundesland hat ein eigenes Jugendförderungsgesetz:

  • Burgenland: Jugendschutzgesetz 2012 - Jugendförderungsgesetz 2007


Vier Bundesländer haben ein Jugendgesetz, welches Jugendschutz und Jugendförderung gemeinsam regelt:

  • Niederösterreich: Jugendgesetz mit Förderbestimmungen 2008
  • Salzburg: Gesetz über die Förderung und den Schutz der Jugend  im Land Salzburg (Salzburger Jugendgesetz) 1999
  • Vorarlberg: Jugendgesetz mit Förderbestimmungen 2008
  • Steiermark: Jugendgesetz mit Förderbestimmung 2013


Ein Bundesland hat ein Jugendschutzgesetz, welches ebenfalls Förderbestimmungen enthält:

  • Tirol: Jugendschutzgesetz mit Förderbestimmungen 2005


Drei Bundesländer haben lediglich ein Jugendschutzgesetz und keine gesetzlichen Grundlagen für die Förderung von Jugendarbeit.

  • Wien: Wiener Jugendschutzgesetz 2002
  • Oberösterreich: Oö. Jugendschutzgesetz 2001
  • Kärnten: Jugendschutzgesetz 1998

 

Nähere Informationen zur Jugendförderung und den Richtlinien, welche die Grundlage des Gesetzes bilden, findest du auf der Homepage des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ).

Förderungswürdige Angebote


Paragraph 3 des Bundes-Jugendförderungsgesetz [Bundesgesetz über die Förderung der außerschulischen Jugenderziehung und Jugendarbeit (Bundes-Jugendförderungsgesetz), BGBl. I Nr. 126/2000 vom 29. Dezember 2000] beschreibt die Angebote, die als förderungswürdig gelten:

§ 3. Als förderungswürdig im Rahmen dieses Bundesgesetzes gelten in erster Linie Angebote der Jugendarbeit, die sich insbesondere an folgenden Grundsätzen orientieren:

  1. Wahrnehmung von Anliegen und Interessen junger Menschen;
  2. Mitbestimmung und Partizipation von jungen Menschen in allen Lebensbereichen;
  3. Mündigkeit, Eigenständigkeit und Demokratieförderung;
  4. Förderung von innovativen Prozessen und Projekten;
  5. Persönlichkeitsentfaltung, körperliche, seelische und geistige Entwicklung junger Menschen;
  6. Förderung der Bereitschaft junger Menschen zu Toleranz, Verständigung und friedlichem Zusammenleben sowie Förderung des gegenseitigen Verständnisses im innerstaatlichen wie auch im internationalen Bereich;
  7. Förderung gemeinschaftsstiftender und menschenrechtsbezogener Bildung;
  8. politische und staatsbürgerliche Bildung sowie religions- und ethikbezogene Bildung junger Menschen;
  9. Entwicklung des sozialen und ökologischen Engagements junger Menschen;
  10. Förderung der lebensführungs- und gesundheitsbezogenen Bildung, berufs- und karriereorientierten Bildung, generationsbezogenen Bildung, Entfaltung von kreativen Kräften junger Menschen, um eine aktive Beteiligung am kulturellen Leben zu ermöglichen, Gleichberechtigung beider Geschlechter und Behindertenintegration.

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