Literaturtipps 2014

Auf die Plätze ... Generationenspiele!

ARGE MITeinanderREDEN (Hg.), 2014, Opladen, Verlag Anton Pustet

Spiele für Jung und Alt Offline macht Spaß! Spielend lassen sich gute Verbindungen herstellen zwischen den Generationen ebenso wie mit dem vermeintlich Fremden. Besonders althergebrachte Spielformen stehen im Mittelpunkt dieses amüsanten Mitmach-und-Lese-Buches. Spiele, die ansonsten Gefahr laufen würden, wohl endgültig in Vergessenheit zu geraten. Wir erinnern uns an Spiele, die über Jahrzehnte hinweg unverändert attraktiv geblieben sind. An Spiele, die von Generation zu Generation weitergetragen werden. Es geht u.a. um Methoden der Konzeptentwicklung (Erkundung virtueller Räume von Jugendlichen, Zeitbudget usw.) sowie Methoden der Qualitätsentwicklung. Neue Kooperationsformen zwischen Jugendarbeit und Schule werden ebenso thematisiert wie die Frage, wie sich OKJA in den entstehenden Bildungslandschaften einbringen kann. Ein Buch für alle, die sich mit der Entwicklung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit beschäftigen.

Kerl sein. Kulturelle Szenen und Praktiken von Jungen

Klaus Farin, Kurt Möller, 2014, Berlin, Archiv der Jugendkulturen Verlag

Ein „echter“ Kerl sein – wohl eine der häufigsten Erwartungen, mit denen sich Jungen konfrontiert sehen. Und sicherlich auch eine Wunschvorstellung bei vielen von ihnen. Bloß: Was ist überhaupt ein Kerl, ein „echter“ zumal? Jugendszenen halten Angebote, manchmal auch Kopiervorlagen für Männlichkeitsvorstellungen und -praxen bereit. Straßenkulturen, rechte Szenen, Autonome, aber auch Emos, Transgender und weitere Jugend- und Populärkulturen bieten Antworten auf Fragen wie die oben genannten. In welcher Gestalt sie dies jeweils tun und für wen sie Attraktivität entfalten, beschreiben und analysieren die Beiträge dieses Buches.

Kinder in der Krise

Beate Großegger, 2014, Berlin, Archiv der Jugendkulturen Verlag

Jugendliche sind immer eine Schlagzeile wert: als markenverliebte „Style Victims“, hippe Technologie-Trendsetter oder pragmatische Karrieristen. Als Komasäufer, die der Notarztwagen Samstagabend aus der Disco abholt, oder Sprayer, die Privateigentum mit Graffiti verschandeln. Wenn es um die Jugend geht, ist es offenbar sexy, auf dem Klavier der Skandalisierungen zu spielen. Sei’s drum, den „Kindern der Krise“ ist das egal. Sie zucken mit den Achseln und sagen: „Wir sind das ohnehin gewohnt: Erwachsene haben einen Tunnelblick.“ Alles in allem ist die heutige Jugend widersprüchlich, dynamisch und oft auch ein wenig oberflächlich – eben ganz so wie die Gesellschaft, die sie umgibt. Beate Großegger zeichnet ein differenziertes Bild dieser Jugend. Sie zeigt, wie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen auf das Lebensgefühl junger Menschen prägenden Einfluss nehmen. Sie bringt die Leserin und den Leser auf Sichtkontakt mit einer Jugendkultur, die das Krisengespenst zumindest auf Zeit vergessen lässt. Und sie widmet sich dem zunehmend schwierigeren Verhältnis zwischen Jugend und Politik.

Mädchenarbeit im Wandel

Evelyn Kauffenstein / Brigitte Vollmer-Schubert (Hrsg.), 2014, 1. Auflage, Weinheim und Basel, Beltz Juventa

Der Band greift aktuelle fachliche und politische Impulse auf und lässt PraktikerInnen und ForscherInnen zu einer Neu-Verortung der Mädchenarbeit zu Wort kommen. Wie haben sich die gesellschaftlichen Geschlechterverhältnisse verändert und was bedeutet Mädchensein heute? Welche neuen Anforderungen stellen sich? Welche Perspektiven eröffnen Migrationspädagogik und queer-feministische Theorie und Praxis?

Soziale Arbeit als staatliche Praxis im städtischen Raum

Diebäcker, Marc, 2014, Wiesbaden, Springer Verlag

Ausgehend von der These einer mangelnden politikwissenschaftlichen Kontextualisierung Sozialer Arbeit wird Soziale Arbeit mit Foucault als staatlich-räumliche Praxis konzipiert. Anhand wenig rezipierter Texte Foucaults zu Zusammenhängen von Staat, Stadt und Raum werden Ordnungsstrategien sowie territoriale Ein- und Ausschließungsprozesse diskutiert und auf Soziale Arbeit bezogen. Mittels eines qualitativen Forschungsansatzes, der Diskurs-, Programm- und Praxisanalyse verbindet, werden am Beispiel des Bahnhofs Wien Praterstern öffentlich-parlamentarische und öffentlich-mediale Diskursausschnitte kontrastierend analysiert und mit einer Fallstudie zu Praktiken aufsuchender Sozialer Arbeit in Bezug gesetzt. Aufsuchende Soziale Arbeit kann in diesem Kontext als raumrelationale Praxis charakterisiert werden, die in ein staatlich-privates Ensemble von strafenden und führenden Strategien eingebunden ist und dabei Hilfeleistungen organisiert und territoriale Ordnungen lenkt.

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