TALIS 2018: Wie zufrieden sind unsere Lehrer_innen?

Die TALIS (Teaching and Learning International Survey) Studie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wird wiederholt durchgeführt, im Jahr 2018 unter Teilnahme von 48 OECD-Ländern, darunter 23 EU-Länder. Sie wurde bereits Ende Juni 2019 veröffentlicht, da die Presseunterlagen vom BMBWF sowie den OECD-Bericht sehr umfangreich sind, stellen wir hier ein paar interessante Auszüge aus den Presseunterlagen vor:

In Österreich beteiligten sich 277 Schulleiter_innen und 4.255 Lehrer_innen von Schulen der Sekundarstufe I an TALIS.

 

  • 96% der österreichischen Lehrer_innen sind mit ihrer Arbeit zufrieden (im EU-Schnitt sind es 90%) und 93% arbeiten gerne an ihrer Schule (EU-Schnitt 90%)
  • In Österreich gibt es in Relation zur Anzahl der Lehrkräfte noch immer viel weniger pädagogisch und administrativ unterstützende Mitarbeiter_innen als in anderen Ländern (Österreich 1:19 pädagogisch, 1:15 administrativ; EU-Schnitt 1:8 pädagogisch, 1:7 administrativ).
  • Andererseits fallen in Österreich auf eine Lehrkraft im Schnitt 7,4 Schüler_innen, im EU-Schnitt jedoch 10,5 Schüler_innen.
  • Die Lehrer-Schüler-Beziehung an den österreichischen Schulen der Sekundarstufe I hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich verbessert (passt zu den HBSC-Ergebnissen 2018).


Wo es im österreichischen Schulsystem starke Abweichungen vom OECD-Länderdurchschnitt gibt (ausgewählte Ergebnisse aus dem OECD-Bericht):

  • Nur 20% der österreichischen Lehrkräfte fühlen sich gut oder sehr gut vorbereitet für den Einsatz von digitaler Technologie im Unterricht
  • 42% der Lehrkräfte unterrichten in Klassen, in denen mehr als 10% der Schüler_innen eine andere Erstsprache als die Unterrichtssprache haben (OECD-Schnitt 18%).
  • Für 54% der österreichischen Lehrkräfte war Klassenführung und Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten von Schüler_innen fixer Bestandteil der Ausbildung  (OECD-Schnitt: 72%), und nur 21% fühlen sich dafür gut ausgebildet (OECD-Schnitt 53%)
  • Die Klassengrößen zu verkleinern ist den österreichischen Lehrkräften wichtiger als vielen Kolleg_innen anderer OECD-Länder.

 

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