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Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für Offene Jugendarbeit

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Autorin:  Alexandra Kargl

Auszug von der Masterarbeit „Offene Jugendarbeit – Quo vadis?“

Bild: Schienen, die sich in 2 Wege teilen

Bildrechte: Georges/Pixelio

 Offene Jugendarbeit hat in den letzten zwanzig Jahren einen bedeutenden Wandel vollzogen. Jugend  fordert Tag für Tag Lebendigkeit und Bewegung. Auf Grund der Ausrichtung nach den Bedürfnissen der Jugend  kann und darf die Offene Jugendarbeit nicht in Ihren Strukturen verharren. Die äußeren Einflussfaktoren, die die Jugend und die Angebote für die Jugend prägt, sind bedeutend. 


„Jugendarbeit als eigenständiges Lern- und Erfahrungsfeld ist keineswegs verzichtbar. Die anhaltenden gesellschaftlichen Krisen und Modernisierungsrisiken setzten Lernprozesse im Umgang mit Pluralität, Komplexität und Ungewissheit auf die Tagesordnung. Angesichts vielfacher Unwägbarkeiten, Ungewissheiten und Risiken der Lebensführung bedarf es in besonderem Maße hierfür angemessener Orte und Professionen, in der Kinder- und Jugendliche ihre individuellen biographischen Optionen austesten können. Hierfür steht die Kinder- und Jugendarbeit als expliziter außerschulischer Lern- und Bildungsort.“(siehe Deinet/Sturzenbach, 2005, S 13)


Dieser Lern- und Bildungsort, den die Freiräume der Offenen Jugendarbeit anbieten, muss erhalten und weiterentwickelt werden, da die Gefahr besteht, dass Prozesse der umfassenden Persönlichkeitsbildung, die Zeit und Ruhe benötigen, in Zukunft als überflüssiger Luxus gelten könnten. Eine Chance gegenzusteuern stellt die bundesweite Lobbybildung und Verankerung der Offenen Jugendarbeit als unverzichtbares Angebot für die Entwicklungschancen der Kinder und Jugendlichen Österreichs dar. (vgl. ebenda)

Schon immer unterlag Jugendarbeit einem Wandel. Dieser Wandel beinhaltet Entwicklungspotentiale und neue Entwicklungschancen.
„Auf die Frage des Entwicklungspotentials kann man nur antworten, dass Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit von Ihrer Struktur her einer lernenden Organisation entsprechen sollten. (vgl. Whörle) Qualitätssicherung der Arbeit der Einrichtungen, die ständige Überprüfung der Qualität der Einrichtungen selbst und deren Angebote was meist der Wunsch der Einrichtungen selbst ist. Immer wieder zu schauen wo stehen wir, wo können wir uns weiterentwickeln. Wo gibt es wie gesagt Entwicklungspotential“. (vgl. Interview Roland Marent)

Im Konkreten bedeutet dies eine Weiterentwicklung der Strukturen und Bedingungen der Offenen Jugendarbeit, um  folgende Anforderungen erfüllen können:

 
  1. Jugendliche benötigen verlässliche und stabile Angebote der Kinder- und Jugendarbeit, die durch Aktionsprogramme nicht ersetzt werden können.
  2. Wichtig ist eine Kinder- und Jugendarbeit, die sich konsequent als „Bildungspraxis“ und „Hilfe zur Lebensbewältigung“ versteht. Dies gilt insbesondere in den vielfach sich abzeichnenden Kooperationen mit Schule. Sie machen nur Sinn, wenn Jugendarbeit ihren spezifischen Charakter und ihre institutionelle Eigenständigkeit behält und in Distanz und Differenz, eng an den Interessen der Kinder und Jugendlichen für diese jugendarbeiterische Bildung und Lebensbewältigung selbst an Schule eröffnen könnte.
  3. Kinder- und Jugendarbeit muss selber besser werden, um solche Bedarfe und Bildungschancen optimal aufzugreifen. Dazu muss die Infrastruktur der Jugendarbeitseinrichtungen und Angebote für Kinder und Jugendliche im Prinzip erhalten werden. Jugendarbeit muss sich aber selbst auch mit den wandelnden Bedürfnissen und Lebenssituationen ihrer AdressatInnen verändern. Kinder- und Jugendarbeit kann nicht so bleiben, wie sie ist, aber sie muss bleiben.
  4. Wünschenswert ist die Überwindung institutioneller und verbandlicher Eigeninteressen zugunsten einer übergreifenden strategischen Solidarität, die nicht durch einzelne Finanzanreize auseinander zu dividieren sein dürfte.
  5. Zu leisten wäre schließlich eine reflektierte "Re-Politisierung" der Kinder- und Jugendarbeit angesichts der Tatsache, dass auch noch so gutes fachliches Handeln allein keineswegs davor schützt, allfälligen Sparzwängen jählings "geopfert" zu werden. Entgegen der Professionsmaxime "Wissen, was man tut" käme es nunmehr darauf an auch zu tun, was man weiß. (Deinet/ Sturzenhecker 2005, S. 13 – 15)

Es wird hier deutlich, dass die Chancen der Weiterentwicklung und damit die Absicherung der Angebote von Offener Jugendarbeit in der Kooperation und Zusammenführung unterschiedlichster Strukturen liegen. Jugendpolitische Stellungnahmen, das Einfordern ausreichender Ressourcen und die Evaluation und Weiterentwicklung von Qualität und Qualifizierung kann nicht von einzelnen Einrichtungen getragen werden. Solidarität untereinander aber auch die Akzeptanz der Unterschiedlichkeit sind wichtige Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung der Offenen Jugendarbeit in Österreich.

Vielfalt in der bundesweiten Offenen Jugendarbeit als Chance zur Weiterentwicklung

Die vielfältigen Angebote, die in Österreich für die Gestaltung des „Lernraums“ Freizeit für Jugendliche vorhanden sind, stellen ein Bild dar, das in seinem Reichtum an Methoden und Räumen scheinbar unbegrenzt ist. Die Begriffsbestimmung, welche die Offene Jugendarbeit in Ihrer Offenheit zu Grunde legt, verunmöglicht, Abgrenzungsversuche an dieser Stelle. Zu viele Einflussfaktoren prägen die einzelnen Einrichtungen und Herangehensweisen an die Offene Jugendarbeit und Ihre Zielgruppen.
Die Beachtung der unterschiedlichsten Zielgruppen im Bezug auf den Sozialraum und die Grundhaltungen der Begegnung der Generation prägt die Qualität der Arbeit und die Vielfalt der Angebote. Hier für die Österreichische Netzwerkarbeit die Vielfalt als einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu sehen ist eine Herangehensweise an die Struktur und Inhalte von Netzwerkarbeit in der Offenen Jugendarbeit.